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Martinskapelle

In Kirchenarchiven wird ein Kreuzhaus in Honnef erwähnt, dabei muss es sich um die in einer Jesuitenkarte dargestellte Selhofer Kapelle handeln. Diese wurde um 1582 während des Kölnischen Krieges zerstört, um 1680 soll an der Stelle der Martinskapelle jedoch die Station einer Bittprozession mit einem gotischen Gabelkreuz (s. Pfarrkirche St. Martin) gewesen sein. 1710 wurde hier eine hölzerne Kapelle errichtet, an die 1735 ein Steinbau angebaut wurde. An den hölzernen Teil trat 1762 ein gemauerter Chor, die Fertigstellung ist mit 1774 notiert. Beim großen Selhofer Brand vom 8.Mai 1784 wurde die Kapelle bis auf die Grundmauern zerstört; erst 1801 erfolgte der Wiederaufbau.

Bereits seit fränkischer Zeit ist ein Martins-Heiligtum in der einstiegen Flur „Im Sand“ in Selhof wahrscheinlich, denn mit Vorliebe wählten unsere fränkischen Vorfahren den heiligen Martin zum Schutzpatron. Seit 1451 ist an diesem Ort auch eine Martinkirmes bekannt. In Kirchenarchiven wird ein Kreuzhaus in Honnef erwähnt, dabei muss es sich um die in einer Jesuitenkarte dargestellte Selhofer Kapelle handeln. Diese wurde um 1582 während des Kölnischen Krieges zerstört. Der Honnefer Pfarrer Trips erwähnte in seiner Publikation, dass um 1680 an der Stelle der Martinskapelle nur die Station einer Bittprozession mit einem mittelalterlichen Gabelkreuz. Als Reliquienkreuz wurde es hier 130 Jahre verehrt und ist wohl um 1350 in einer Kölner Werkstatt entstanden. 1710 ist hier eine hölzerne Kapelle errichtet worden, an die 1735 ein Steinbau angebaut wurde. Darüber gibt der Schlussstein über dem Portal Auskunft. Neben der Jahreszahl sind die Zunftzeichen der nahe gelegenen ehem. Josephberg-Grube, sowie weiteren Inschriften der Stifter angebracht. An den hölzernen Teil trat 1762 ein gemauerter Chor. Die endgültige Fertigstellung wird mit 1774 notiert. Wöchentlich wurde hier eine hl. Messe von den Trappisten-Mönchen des benachbarten Speckerhofes gefeiert. Beim großen Selhofer Brand vom 8. Mai 1784 wurde die Kapelle bis auf die Grundmauern zerstört. Erst 1801 erfolgte der Wiederaufbau. Weitere Reparaturen wurden 1837 u. 1849 notwendig. Der damalige Kölner Erzbischof Johannes Kardinal Geissel feierte hier im Mai 1863 an Werktagen die hl. Messe, während er an der Selhofer Straße untergebracht war. 1895 wurde ein Kapellenbauverein gegründet und am Martinstag 1901 ein stattlicher Glockenturm eingeweiht, welcher bei der letzten Restaurierung 1971 durch einen typischen Dachreiter ersetzt wurde. In der Kapelle befinden sich zwei Barockfiguren darunter Barbara, die Schutzheilige der Bergleute. An der Außenseite über dem Portal ziert die Darstellung des hl. Martin eine Rundbogennische mit einer barocken Muschel. Das Gabelkreuz von 1350 wird heute in der Pfarrkirche St. Martin über dem Hochaltar verehrt.
Straße/Nr.: Selhofer Straße
PLZ/Ort: 53604 Bad Honnef


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