Suche: 



Haus Parzival (Simrockhaus)

Auf dem mächtigen, fünf Jahrhunderte alten Gewölbekeller des Minoritenweingutes errichtete Simrock ein zweigeschossiges, spätklassizistisches Wohnhaus, in das das alte Keltergebäude einbezogen wurde. Er lebte hier von 1840 bis zu seinem Tode 1876.
Hier trafen sich berühmte Persönlichkeiten und Literaten der Romantik wie Alexander von Humboldt, Ferdinand Freiligrath, Ludwig Uhland und die Brüder Grimm, mit denen Karl Simrock eine enge Freundschaft verband. Karl Simrock baute auf seinen Weinbergen einen Rotwein an, den er in Anspielung auf das altdeutsche Eckenlied "Eckenblut" nannte.

Weitere Informationen siehe www.karl-simrock-haus.de

© Geschichtsweg Bad Honnef. Hrsg. Bürgerstiftung Bad Honnef, Heimat- und Geschichtsverein der Herrschaft Löwenburg e.V., Kultur- und Verkehrsverein e.V.

Nikolaus Simrock, der Vater von Karl Simrock, kaufte zwischen 1827 und 1830 in Bad Honnef 86 Grundstücke, fast alle in dem Gebiet um Hagerhof, Zickelburg und Menzenberg. Nach dem Tode Nikolaus Simrocks am 12. Juni 1832 versuchten die acht Kinder den Grundbesitz zu Geld zu machen, was jedoch nicht gelang. So teilten sie das Erbe in Form einer Natural-Teilung sämtlicher Immobilien unter den Erbbeteiligten durch 8 Lose untereinander auf.
Karl Simrock wurde Eigentümer des Loses, welches das Haus Nr. 39 in der Maargasse, das an seinen Schwager, den Kgl. Oberbergbeamten Carl Ludwig Fabricius, und seine Ehefrau Maria Anna geb. Simrock vermietet war, und eine Fülle einzelner Ländereien in den damals noch selbständigen Gemeinden rund um Bonn. Er verkaufte die Immobilien.

Stattdessen erwarb Karl Simrock das Neunkirchensche Weingut von rund 10,5 Hektar, das schon seit 1833 seine Bleibe war, am 13. März 1834 von seinem Bruder Franz Carl Anton zu einem Kaufpreis von 2367 Taler. Im Besitz des Weinguts veräußerte er sechs Siebentel der Fläche. Den Erlös steckt er in "Haus Parzival", das von 1837 bis 1840 erbaut wurde: Auf dem mächtigen, fünf Jahrhunderte alten Gewölbekeller des Minoritenweingutes errichtete Simrock ein zweigeschossiges, spätklassizistisches Wohnhaus, in das das alte Keltergebäude einbezogen wurde. Er lebte hier von 1840 bis zu seinem Tode 1876.

Hier trafen sich berühmte Persönlichkeiten und Literaten der Romantik wie Alexander von Humboldt, Ferdinand Freiligrath, Ludwig Uhland und die Brüder Grimm, mit denen Karl Simrock eine enge Freundschaft verband. Karl Simrock baute auf seinen Weinbergen einen Rotwein an, den er in Anspielung auf das altdeutsche Eckenlied "Eckenblut" nannte. Seine Übertragung der Dichtung "Parzival" Wolframs von Eschenbachs aus dem Mittelhochdeutschen erschien 1842 unter dem Titel "Parzival und Titurel". Karl Simrock glaubte, dass die Dietrichsage im Rheinland spiele. In Simrocks Werk tauchen Ortsnamen wie Köln, Bonn, Königswinter, Erpel, Unkel, Selhof und das Siebengebirge mit dem Drachenfels auf. In der Nähe des Menzenberg entdeckte er Flurstück-Namen wie Dederichsloch oder Dederichskaule, Eckenhagen, Eckendorf, Eckenrod, das Geckental, das er als Eckental deutete, und die Faselskaule, die seiner Ansicht nach die Fasoldskaule sein musste.

Die Bonner Stadtwohnung aus der Mitgift seiner Frau Gertrud Antoinette Ostler (aus der Ehe gingen 4 Kinder hervor) nutzte Simrock nur während der Semester, nachdem er 1850 zunächst zum außerordentlichen Professor für Geschichte der deutschen Literatur und zwei Jahre später zum Ordinarius als Inhaber des ersten germanistischen Lehrstuhles in Bonn ernannt worden war. Simrock starb am 18. Juli 1876 nach einem Schlaganfall.

Nach wechselvollen Jahrzehnten mehrerer Eigentümer, Bewohner und baulichem Niedergang, kaufte Prof. Univ. Dr. Helmut Arntz, Fachkollege Simrocks und Bad Honnefer im Jahr 1980 bei einer Zwangsversteigerung das Anwesen. Es erfolgte der Eintrag in die Denkmalliste und der langwierige Wiederaufbau des abbruchreifen "Haus Parzival" . Die Treppe, Fenster, Türen und Außenläden, die teilweise im Garten herumlagen, sind original, im Keller ist noch das Loch für die Schläuche zum Füllen und Abziehen der Weinfässer zu sehen. Von Simrocks Einrichtung ist im "Haus Parzival" jedoch nichts mehr vorhanden.
Der alte Weinberg existiert nicht mehr, dort stehen heute Fichten und alte Obstbäume. Aber auf dem Grundstück des "Haus Parzival" fand man eine meterlange Amerikaner-Rebe aus der Epoche Karl Simrocks am Menzenberg, die sich zwischen den Ästen eines Apfelbaumes schlängelte. Prof. Arntz ließ eine Pergola bauen, die dem kostbaren Fund seither Schutz und Entfaltungsmöglichkeit bietet.

Die „Karl-Simrock-Forschung Bonn“ eröffnete übrigens im August des Jahres 2000 den sechs Kilometer langen „Literarischen Simrock-Freiligrath-Weg“, der direkt am „Haus Parzival“ seinen Ausgangspunkt hat und über Rheinbreitbach zum „Freiligrath-Haus“ an der Uferpromenade Unkels führt. Ferdinand Freiligrath war Dichter und er organisierte den Wiederaufbau des Rolandsbogen.

Quelle: http://www.stammalexanderlion.de/rfs/wissenswertes/simrock.html

Öffnungszeiten:
keine Besichtigung möglich

Ansprechperson: Karl-Simrock-Forschung (Klaus Weinmann)
Straße/Nr.: Postfach 20 11 42
PLZ/Ort: 53141 Bonn
Tel.: 02 28 / 9 02 88 06
Fax.: 02 28 / 9 34 02 18
E-Mail: ksf-bonn@t-online.de
Internet: http://www.karl-simrock-forschung.de


zurück zur Übersicht


Copyright 2008 bei Stadt Bad Honnef, alle Rechte vorbehalten.
Die Verwendung für gewerbliche Zwecke sowie die Übernahme in elektronische Systeme ist untersagt.
Alle Angaben ohne Gewähr.