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Aegidienberg

Ortsteil von Bad Honnef, seit 1345 als ?Huneferode? erwähnt, Mittelpunkt der Ortschaft ist die Pfarrkirche St. Aegidius, Westturm romanisch 12. Jh., Kirchenschiff 1824. Auf dem Friedhof erinnern die Gräber der gefallenen Separatisten an die Kämpfe von 1923, das Denkmal in Hövel dagegen an die Opfer aus den Reihen der Aegidienberger.

Aegidienberg
Aegidienberg liegt im ältesten und einem der schönsten Naturschutzgebiete Deutschlands, am Ostrand des Siebengebirges, 260 m hoch, grenzt an den Westerwald, umgeben von den "Sieben Bergen", sowie den Flüssen Rhein, Sieg und Lahn. Aegidienberg hat 1.896 Hektar Bodenfläche und besteht aus 13 Dörfern:
1. Aegidienberg,
2. Orscheid,
3. Wintersberg,
4. Brüngsberg,
5. Wülscheid,
6. Siefenhoven,
7. Hövel,
8. Rottbitze,
9. Neichen,
10. Efferoth,
11. Retscheid,
12. Höhe,
13. Himberg
einheitlich "Aegidienberg" genannt.
Bis kurz vor dem Ende der 60er Jahre war Aegidienberg eine selbständige Kommune und wurde von der Drachenfelsstadt Königswinter verwaltet. Seit 1969 gehört Aegidienberg als Stadtbezirk mit eigenem Bezirksausschuß zu Bad Honnef. Diese Landschaft ist sagenumwoben: Tausendfach von Dichtern und Komponisten besungen, die Rheinland-schaft, mit ihren Burgen und Schlössern, Weinbergen, Inseln und Tälern, wie das Nachti-gallental. Hier im Siebengebirge beginnt die Rheinromantik. Der Himberger-See und der Dachsberg-See liegen inmitten eines herrlichen Naturschutzgebietes, Kleinode ganz be-sonderer Art.
Aegidienberg verfügt über eine beachtliche Infrastruktur. Es gibt zwei Kirchen (kath. u. evang.) mit Gemeindehaus und Pfarrzentrum. Zwei Kindergärten, eine Grundschule mit Sportzentrum und Lehrschwimmbecken. Hinzu kommen ein Altersheim und ein Altenwohnheim, ein Kinderheim, ein Feuerwehrgerätehaus sowie Tennis-, Schützen-, Sportplätze und Bolzplätze.Eine eigene Kläranlage und ein gut ausgebautes Straßennetz sind in Aegidienberg selbstverständlich. Hinzu kommt der landschaftlich schön und zentral gelegene Friedhof.Kulturell kann sich Aegidienberg durchaus sehen lassen. Es gibt ein Dutzend Vereine, die durch den Bürgerverein terminlich organisiert werden. Entsprechend hoch sind die bürgerschaftlichen Aktivitäten.Besonders der Tennis-, Reit- und Fußballsport sind hervorzuheben.
In Aegidienberg ist das weltberühmte Island-Gestüt von Walter Feldmann beheimatet: eine Neuzüchtung wurde natürlich "Der Aegidienberger" genannt.
MUSIK wird in Aegidienberg groß geschrieben: Der Männergesangverein, der Kirchen-chor, die Blaskapelle sowie ein Jugendspielmannszug sind hier zu nennen.
Durch die Presse weithin bekannt sind die Dorffeste. Hier wird "feste" gefeiert, unter Mit-wirkung aller Ortsvereine, die Rievkoochekirmes, der Veilchendienstagszug, das Ernte-dankfest u.v.m.

Geschichte: Aegidienberg erhielt den Namen des Kirchenpatrons
von Dorothea F. Voigtländer, Geschichte und Geschichten vom Rhein: vom Drachenfels zum Kaiserberg, Bad Honnef 1990
"Das dorf heist Honffrod und die kirch Gielienberg", so liest es sich in der Gerichtserkundigung von 1555. Der Name "Hunferoede" taucht schon 1349 auf. Noch 1732/33 war die doppelte Ortsbezeichnung lebendig. Gemeint ist der heutige Honnefer Ortsteil Aegidienberg, hoch oben auf der Höhe, die sogenannte "Höhengemeinde" der Stadt, die im Rahmen der kommunalen Neuordnung 1969 der Stadt Bad Honnef zugeschlagen wurde.
Aegidienberg ist ein beliebter Wohnort mit heute 5.618 (1990) Einwohnern geworden, in der Nähe das florierende Industriegebiet Rottbitze, in der Nachbarschaft weitere alte Dörfer, ganz in der Nähe der Köln-Frankfurter Autobahn. Dennoch hat Aegidienberg trotz vieler Neubürger sein ganz eigenes Gesicht gewahrt, ein in sich geschlossener Ort mit ganz eigener Atmosphäre.
Ein Blick zurück in die Geschichte, wo in der Rentmeistereirechnung des Amtes Löwen-burg bei der Aufzählung der Dingstühle und Dörfer nachzulesen ist: "Honneff das haupt-gericht und kirspel, worunter gehören die honnschafften Honneffrath, alias aegidienberg, ein kleines dorpf und kirspels kirch..." Der Name des Patrons, in Verbindung mit der Lage der Siedlung auf einem Bergsporn, hat den alten Ortsnamen Honneferrode verdrängt. Dennoch läßt sich daraus schließen, daß Aegidienberg von Honnef aus gerodet wurde und eine Siedlung der zweiten mittelalterlichen Rodeperiode von 850 bis 1300 war.
So rodeten Honnefer Holzfäller die Wälder auf den Höhen Aegidienbergs, aus Jägern wurden Bauern, die laut dem Tagebuch von Pfarrer Trips (Pfarrer in Honnef von 1670 bis 1696) den "widerstandsfähigsten Hafer anbauten und hier besser gedeihe als Weizen und Roggen". Bauernhöfe wuchsen im Laufe der Jahrhunderte zu kleinen Ortschaften zusammen. Der Blick von dort oben war von drei Bergkuppen bestimmt, dem Ölberg, dem Lohrberg und der Löwenburg, wie sie heute noch im Ortswappen verewigt sind.
Die weltliche und kirchliche Abhängigkeit von Honnef und die Lage einer Honnefer Mark im Kirchspiel Aegidienberg beweisen, daß diese Siedlung von Honnef ausgegangen ist. Also gehörten sie schon von Anfang an zusammen, die kommunale "Neuordnung" war so "neu" demnach nicht.
Und über dem Ort erhebt sich, wie auf einer kleinen Anhöhe, die Pfarrkirche St. Aegidius, Blickfang von allen vier Himmelsrichtungen her. Der weithin sichtbare romanische Kirch-turm aus dem 12. Jahrhundert ist nachgewiesenermaßen der älteste Teil der Kirche und dürfte ursprünglich als Wehr-, Wacht- und Schutzturm in Krisenzeiten gedient haben. Um die Kirche weiter auszubauen, haben die Bauern der Gemeinde willig und ohne Bezahlung mit ihren Fuhrwerken unentgeltlich mitgeholfen. Das war im Jahre 1923, als auch die Linzer Basaltaktiengesellschaft die Bodenplatten für die Kirche schenkte und einzelne Landwirte das Eichenholz für neue Bänke stifteten. Im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, wurde die Pfarrkirche im Laufe vieler Jahre großzügig restauriert, so daß sie heute wie-der ein Schmuckstück der Gemeinde ist. Blickpunkt in der Kirche ist der barocke Altar, in dessen Mittelpunkt St. Aegidius steht, der Patron der Pfarrgemeinde mit Bischofsstab und Mitra, während die aus der Legende her bekannte Hirschkuh ihn vertrauensvoll anblickt. Als im Mai 1957 die Kirche von Weihbischof Cleven konsekriert wurde, erstrahlten die schlanken und gefälligen Marmorsäulen und die goldenen Verzierungen in echtem Blattgold.



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